12. Juni 2007

dopamin-blues

er ist einfach da.

ich mache die augen auf, und da ist er: der beste freund, der versucht, es besser zu machen, wenn das dopamin-defizit wieder voll zuschlägt. der mir die hand hält, der mit mir weint und lacht, der alle meine geheimnisse kennt. der mich genauso liebt, wie ich bin.

schnarcht noch ein wenig, während er sich auf dem zweiten, sonst leeren kissen lang macht, und schmeisst mir einen blick rüber, der soviel sagen will wie: süsse, mach den wecker aus, noch 5 minuten, ok?

ist er nicht ein wahrer schatz?

11. Juni 2007

umlaut gegen alter: generation ü



der focus von heute berichtet, neben dem thema diabetes-check ("deutschland verfettet"), über das phänomen Ü30-parties. die kleinen, orangen fiesen plakate, die schon so abstossend an allen litfasssäulen hängen, dass man erst gar nicht in erwägung zieht, hinzugehen. genau wie die plakate zum trödelmarkt auf dem famka-parkplatz - grrrrr.

heute macht der focus spass. wie oft hab ich mich schon zu den titelstories ausgelassen - grosser halbgarer quatsch, der nicht weiter ernstzunehmen ist. heute jedoch: ich muss lachen. schallend lachen. und lese meinen Ü30 kollegen von seite 2 vor.

tanzkönigin bettina erzählt dem focus, sie hatte einen termin im nagelstudio, dann beim frisör zum strähnchen machen. das neue make up mache mindestens 5 jahre jünger... um dann in der nacht der nächte (namely die ü30 party!!) einen traummann kennenzulernen, der fürs leben bleibt. und die gute ist erst 36. sie kaufte die karte schon 6 wochen im voraus, hat alles fabulös geplant, der bauch ist durch ein stretchdings eingefangen und die klamotte von langer hand ausgesucht. waaaaahnsinn.

eine kurze episode berichtet über die musik, es ist einfach zu herrlich: komm hol dein lasso raus, gefolgt von major tom, und dann ein stern, der deinen namen trägt... und irgendwelche 45 jährige fettel tanzen sich dazu um den verstand. der focus spricht vom resteficken. ich lach mich weg. hört hört, herr redakteur. resteficken also.

aber mal ernsthaft: was ist das für ein trend, auf den alle schon anfrustrierten mit-dreissiger aufspringen? und wie weit bin ich weg von diesem "mein makeup macht mich 5 jahre jünger und wenn ich die nägel french lackiert habe, erhöhe ich die chance auf mr right von der stadthalle neuss"?? muss ich mir gedanken machen, wenn ich in nicht all zu ferner zukunft 30 werde und weder den mann noch eine eintrittskarte für die nächste singleparty in meiner stadt habe? bin ich dann eine verlorene seele? muss ich dann anfangen, wie ildiko von kürthy frauen-hört-zu-alle-männer-sind-gleich-einfach-in-einen-sack-und-draufhauen
-man-trifft-immer-den-richtigen-bücher zu schreiben, um mich nur halbwegs wieder einzupendeln?

eine freundin von mir prägte gestern den knallerspruch "www.wer-will-sonst-mit-mir-schlafen.de" - zwar in anderem kontext, aber irgendwie ähnlich. auf der verbitterten suche nach ein wenig liebe, wenn der significant other noch nicht gefunden ist. bestimmt ist single sein nicht witzig, und bestimmt steigt der spassfaktor nicht analog der verstreichenden zeit alleine, aber ob diese lonely suche mich jemals in die lokalen stadthallen der republik führen wird - ich bezweifel es. sehr.

10. Juni 2007

herzknall herbert


fühl mich bei dir geborgen
setz mein herz auf dich
will jeden moment genießen
dauer ewiglich
bei dir ist gut anlehnen
glück im überfluß
dir willenlos ergeben
find ich bei dir trost

bin vor freude außer mir
will langsam mit dir untergehn
kopflos, sorglos, schwerelos in dir verliern
deck mich zu mit zärtlichkeiten
nimm im sturm, die nacht ist kurz
friedvoll, liebestoll, überwältigt von dir
schön daß es dich gibt



... was ein unglaubliches fest. danke dafür.


8. Juni 2007

zurück in die vergangenheit


verblüffend, wie alle fäden immer wieder zum selben knoten zusammenlaufen.
wo komme ich her, wo will ich hin - und warum liegen die steine immer genau dort auf dem weg, wo ich gerade laufe?

jeder mensch behält aus seinen interaktionen mit seiner umwelt narben zurück, eindrücke, ängste - steine. mal mehr, mal weniger, oftmals in verbindung damit, wie sehr ein herz involviert war, wie sehr geliebt und verletzt wurde. immer wieder werden sogenannte altlasten zum zentralen schauplatz des geschehens und damit zu den steinen auf unserem weg, über den wir jahre später noch stolpern.

vor monaten, als eine freundin von mir mit ihrem neuen freund zusammen kam, hab ich schon anhand der altlasten prophezeit, dass das keine ausgewogene beziehung werden kann. kinder sind im spiel und exfrauen, verletzte herzen und gerichtsprozesse, schlussendlich dinge, auf die man als person der gegenwart weder einfluss noch lust hat. und auch eigentlich keinen gesteigerten wert legt. lapidar hört man sich die worte sagen:"vergiss es, der ist mit sich selber noch nicht fertig." - zuckt zusammen und überlegt: bin ich denn eigentlich mit mir fertig, wo ich gerade so schön tipps abgebe?

eigentlich ist die vergangenheit ja ein einziger prolog. der auftakt zu neuem. und je nach dem, was die vergangene zeit mit uns gemacht hat, schreiben wir die geschichte anders. schliessen dinge aus, verstecken uns vor dem unbekannten aus angst, es könnte allzu bekannt sein oder werden. das natürliche schutzschild unseres emotionalen imunsystems. so zum beispiel formen wir die worte: been there, done that - und sind felsenfest überzeugt: das passiert mir nie wieder - lieber bleib ich allein. never ever jemand, der einen ring am finger trägt. oder jemanden, der durch seine zwänge und unkontrollierbare wut nicht über den tellerrand hinaus kam. nie mehr.

aberwitzig wird es nur, wenn man anhand der altlasten kategorisiert oder kategorisiert wird. so jedes mal, wenn ein neuer mann ins spiel kommt, richtet sich die erste frage der umwelt nicht nach dem namen, beruf, alter oder einfach nur, ob er nett ist, sondern danach, was denn wohl sein problem sei. wie weit sind wir denn gekommen, dass wir nicht ungestört an neue personen herantreten können und uns schon von vornherein verhalten zeigen, weil wir davon ausgehen, es gäbe ein problem. zugegebenermassen: es gibt eigentlich immer eins, das sich früher oder später zeigt, aber trotzdem: gehts nicht auch mal wertfrei?

und da sind wir bei dem stein, der auf dem weg liegt. macht es mit blick auf die vergangenheit sinn, den stein als fortwährendes hindernis zu sehen, oder muss man manchmal allen mut zusammen nehmen und sich trauen, über den stein zu springen - im ungewissen, was dahinter liegt?

aus eigener erfahrung weiss ich, springen ist hart und schmerzvoll. eigentlich wie offenen auges in einen schon aufgegebenen kampf gehen - oder die herdplatte anzufassen, obwohl man doch schon als kind gelernt hat, sie ist heiss. hart und schmerzvoll deswegen, weil man sich noch während des springens mit all den dingen noch einmal auseinandersetzen muss, die man nur all zu gerne vor sich und dem stein herschiebt.

aber auch auf die gefahr hin, dass es deplatziert klingt: vielleicht ist der weg das ziel.
man muss nur einmal loslaufen, und irgendwann merkt man, dass vom unüberwindbaren und beängstigenden stein nur noch knirschender kies unter den füssen übrig geblieben ist.


"Manchmal bleibst du stecken, kommst nicht vor und zurück - es liegt ein Stein im Weg, der erstmal weggeräumt werden muss." (Anonym)

4. Juni 2007

die unerträgliche leichtigkeit des seins


manchmal befindet man sich in zeiten völliger verwirrung. oft reichen nur wenige stunden aus, um die bahn zu verlassen, manchmal sogar auch nur wenige momente. das einen begleitende fragezeichen wird immer grösser und hat man sich nicht ganz versehen, schwebt es scheinbar für jeden sichtbar über dem kopf und lacht einem frech ins gesicht. verarscht, mylady!

monatelang beschäftigt man sich mit den männern da draussen und hat eine gefestigte meinung von der realität und der welt im allgemeinen. und dann - bom chicka wahwah - läuft es irgendwie anders. kein v (wie in vollidiot, verheiratet, vergeben) am start, kein problem in sicht, und die frage kommt auf: wie geht man denn mit jemandem ohne hürde um? total kompliziert. und wie verpackt man eine scheinbar neue situation?

bei der befragung des internets kommt man auf die wildesten thesen und erhält vermeintlich nützliche tips für den dating-alltag - ein kurzer einblick:

ein one-night-stand, der sich wiederholt, ist kein one-night-stand, sondern eine angehende affäre. na herzlichen dank, dann hätten wir das auch geklärt. also beschäftigt man sich mit einer one-man but not one-night-show anders als mit einer one-and-only-night-show? oh man.

wer einen kaffee am morgen trinkt oder über nacht bleibt, zeigt weiteres interesse. ok, aber was passiert, wenn der one-man but not one-night-stand erst einmal zum übernachten kommt, also quasi falsch herum? was ist dann nicht ernst gemeint? der sex? hilfe!

mens health betraut uns mit dem einblick: fremdgänger aufgepasst: lassen sie die finger von der besten freundin ihrer freundin. auch wenn sie verspricht zu schweigen wie ein grab: sie glauben gar nicht, wie gesprächig gräber sein können.
dies scheint nicht nur für freundin, freund, fremdgehen zu gelten, sondern auch für hausgemeinschaften, WGs und andere lebensformen, die all zu gerne mäuschen spielen wollen. wie ist die strategie? dementieren? flucht nach vorne? und wen zum teufel gehts eigentlich was an?

die alles übergreifende frage ist jedoch die, wie es mit der kiste weitergeht. mädchen tendieren ja schon mal dazu, sich nächtelang die haare zu raufen und sich fragen über fragen zu fragen, um dann ab acht uhr morgens doch wieder unsagbar cool und gefestigt am schauplatz parat zu stehen. aber herren, lasst euch gesagt sein: selbst die coolste sau hat einen schwachen punkt.
wo dieser liegt, und was passiert, wenn der schwache punkt gefunden ist - findet es selber raus!